|
Interdisziplinäre Zusammenarbeit lässt sich, grob gefasst, als eine zwischen mindestens zwei Parteien bewusst abgestimmte und auf ein Ergebnis gerichtete Tätigkeit definieren - hier mit dem Ziel einer optimalen Betreuung des Patienten/Klienten. Eine effiziente, mittlerweile durch zahlreiche Studien (Sullivan et al. 1999; Mc Whirter/Pennington 1994) auch ausführlich evaluierte Form der Zusammenarbeit ist für den Bereich der Diaetologen die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form eines „Ernährungsteams“. Ein Ernährungsteam ist eine interprofessionell zusammengesetzte Gruppe aus Angehörigen der verschiedenen Gesundheitsberufe, die sich in ihrem Spital oder Pflegeheim organisieren, um denjenigen Patienten eine adäquate Energie- und Nährstoffzufuhr zu gewährleisten, die mit der Spitalskost nicht ausreichend ernährt werden können. Je nach Organisationsform besteht die Hauptaufgabe des Ernährungsteams darin, die enterale und parenterale Ernährungstherapie selbst durchzuführen oder als beratendes Organ jene Informationen zur Verfügung zu stellen, die für die richtige Durchführung der Therapie notwendig sind (Valentini 2000). Während in Amerika Ernährungsteams ausschließlich für die parenterale und enterale Ernährung zuständig sind, beschäftigen sich fast 50 Prozent der österreichischen Ernährungsteams auch mit allgemeinen Ernährungsfragen wie zum Beispiel mit der Erarbeitung von hausinternen Nährstoffempfehlungen oder Modifizierungen im Menübereich. Je breiter das Aufgabenspektrum des Ernährungsteams ist, umso achtsamer sind die Mitarbeiter eines Ernährungsteams auszuwählen, um die jeweiligen Fachinteressen zu wahren. Vorteile einer Ernährungsteamarbeit Klinische Vorteile: In jüngeren Forschungsarbeiten konnte gezeigt werden, dass die fachgerechte Durchführung der enteralen und parenteralen Ernährungstherapie, wie sie durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form eines Ernährungsteams gewährleistet wird, die Wundheilung fördert, die Immunantwort steigert und die Stärke von Skelett-, Atmungs- und Herzmuskeln verbessert. Auch wurde die Anzahl und Schwere von postoperativen Komplikationen verringert (Valentini 2001). Kostenvorteile: Die Kostenvorteile des Ernährungsteams sind eindeutig bewiesen. Das Ernährungsteam forciert eher den Gebrauch der enteralen Ernährung als den der parenteralen Ernährung (Valentini 2001). Verbesserung der ernährungsmedizinischen Versorgung von Patienten: Diese wird durch die Erarbeitung von hausinternen Nährstoffempfehlungen erreicht (Valentini 2001). Viele Ernährungsteams werden auf Initiative Diaetologen gegründet und in 17 Prozent der Fälle auch von ihnen geleitet.
|