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Geschichte der Diaetologen Drucken  Drucken

Die Geschichte der Diaetologen

HINTERGRUND:
Diaetologen: Ein Berufsstand mit Tradition und Zukunft

Der „Verband der Diaetologen Österreichs“ existiert seit 1961. Die Geschichte des Berufsstandes reicht jedoch bis ins Jahr 1882 zurück.
 
Wir schreiben das Jahr 1882. Österreichs Kaiser Franz Joseph I. herrscht bereits seit 34 Jahren über seinen Vielvölkerstaat, in Bayreuth wird Richard Wagners Oper „Parsifal“ und in Wien Millöckers Operette „Der Bettelstudent“ uraufgeführt, Eduoard Manet malt in Paris sein berühmtes Bild „La Bar aux Folies Bergéres“. In München erfreut man sich der ersten Elektrizitätsausstellung und in Berlin erhellt erstmals eine elektrische Straßenbeleuchtung die ganze Stadt. Im mährischen Freiburg wird Sigmund Freud, in Wien Arnold Schönberg geboren. Robert Koch gelingt die Entdeckung des Tuberkelbazillus und Louis Pasteur entwickelt die Tollwutimpfung. Die Wiener Medizinische Schule genießt Weltruf.

Theodor Billroth: Der „heimliche Vater“ der Diaetologen

Der seit 1867 in Wien als Universitätsprofessor tätige Chirurg Theodor Billroth (1829 – 1894) ist auf der Höhe seiner Reputation: mit für die damalige Zeit bahnbrechenden chirurgischen Glanzleistungen wie der ersten Kehlkopfentfernung 1874 und der ersten Magenresektion 1882 gilt er als einer der führenden Köpfe in der medizinischen Welt und hat entsprechenden Einfluss. Und diesen macht er auch geltend: so unterstützt und fördert er die Gründung der Österreichischen Rettungsgesellschaft, veranlasst den Bau der Gesellschaft der Ärzte („Billrothhaus“) in Wien und jenen des Wiener Rudolfinerhauses, letzteren explizit mit dem Anspruch, Krankenpflegerinnen heranzubilden. Im Lehrplan dieser ersten weltlichen Krankenpflegeschule war unter anderem auch das Fach „Krankenernährung“ enthalten. Und damit hatte die Geburtsstunde des Berufsstandes der Diaetologen geschlagen.

Um 1900 war für alle Ärzte – so wie es die „großen Köpfe der Medizin“ vorgaben - der Einsatz einer auf den jeweiligen Patienten zugeschnittenen Diät innerhalb eines Therapieplanes eine Selbstverständlichkeit. Daraus entwickelte sich die Wissenschaft der Diätetik, als deren Begründer der Internist Carl von Noorden (1858 – 1944) gilt. Er erforschte –als Universitätsprofessor und Leiter der Abteilung für Stoffwechsel-erkrankungen und der Diätküche am Krankenhaus Lainz in Wien - nicht nur Magen-Darm-Krankheiten und den Diabetes, sondern gründete 1930 dort auch die erste Diätschule auf österreichischem Boden, der er bis zu seinem Tode vorstand. Nur fünf Jahre später folgte eine zweite Diätschule am Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Die Ausbildung verfolgte das Ziel, Ärztliche Hilfskräfte mit hoher Ernährungskompetenz heranzubilden.

Die Ausbildung der Schülerinnen an den Diätschulen und die ersten Jahrzehnte ihrer Berufsjahre waren von der Kalorienlehre geprägt. Die dahingehenden Erkenntnisse des Chemikers Justus von Liebig, einem der Gründerväter der Organischen Chemie, und des Physiologen Max Rubner, welcher maßgeblich an der Entwicklung der Kaloriemetrie beteiligt war, wirkten noch lange ins 20. Jahrhundert hinein.

Ausbildungsschub und Turbulenzen

1938 – im Jahr des „Anschlusses“ Österreichs an Deutschland - wurde die Ausbildungsdauer auf zwei Jahre erhöht und der Berufstitel „Diätassistentin“ (der Berufsstand war damals ausschließlich in weiblicher Hand) geschaffen. Zudem wurde – der Diversifizierung und dem Fortschritt der Medizin entsprechend - erstmals eine Standesvertretung für die Gesamtgruppe der damaligen „Ärztlichen Hilfskräfte“ etabliert. Sie wurden von der Sektion „Freie Berufe“ in der Sparte „Medizinisch-technische Hilfskräfte“ erfasst. Für jede Berufsgruppe –Medizinisch-Technische Assistenten, Röntgenassistenten, Physikotherapeuten, Diätassistenten - wurde eine Vertretung bestellt.

1949 wurde in Österreich erstmals ein Krankenpflegegesetz verabschiedet. Dieses sah vor, dass alle medizinisch-technischen Berufe in die Krankenpflegeausbildung integriert werden sollten. Das bedeutete für Berufsanwärter zwei Jahre Pflegeausbildung sowie ein zusätzliches Jahr Fachausbildung zur „Heildiätpflegerin“. Unter diesen Voraussetzungen fanden sich jedoch nur ganz wenige Bewerberinnen für diese Ausbildung. Und damit blieb auch die damals angestrebte Fachgruppenvertretung für diese Berufe auf der Strecke.

Streben nach Anerkennung und Eigenständigkeit

Dennoch: der Wunsch nach einem gemeinsamen Verband verhallte nicht. Am 24. November 1950 wurde ein solcher für alle medizinisch-technischen Berufe gegründet. Und nach zähen Verhandlungen wurden die heutigen Diaetologen neuerlich zu „Diätassistentinnen“. Bis zur „offiziellen Gründung“ des Verbandes waren jedoch noch einige Hürden zu überwinden: am 25.1.1951 wurde die gesetzliche Verankerung der Interessenvertretung in Angriff genommen. Der vom Bundesministerium für Inneres verlangte Verbandsname, nämlich „Verband der Medizinisch-Technischen Hilfskräfte, Gymnastisch-physikalischen Heilpfleger (Heilschwestern) und Heildiätschwestern Österreichs“ stieß bei den Berufsgruppen selbst auf wenig Gegenliebe, auch, weil damit aus Sicht der Betroffenen eine wirtschaftliche Schlechterstellung verbunden war.

Nach 10 Jahren langwieriger Verhandlungen wurde am 30.5.1961 der gemeinsame Verband aller medizinisch-technischen Berufe geteilt und der „Verband der Diplomierten Diätassistenten Österreichs“ gegründet. Damit war eine eigenständige Berufsgruppe innerhalb der Gehobenen Medizinisch-Technischen Dienste geschaffen und ein wichtiges Verbandsziel erreicht. Und: kurz zuvor war ein neues Krankenpflegegesetz verabschiedet worden, das für diese Berufsgruppe 30 Jahre lang als Ausbildungs- und Berufsgesetz Gültigkeit behalten sollte.

Imagegewinn und zukunftsorientierte Neuerungen

Die gesellschaftlichen Entwicklungen der 1980er und 1990er Jahre trugen dazu bei, dass dem Thema Ernährung nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von Ärzten als zunehmend wichtig betrachtet wurde. Der Bekanntheitsgrad der Berufsgruppe der Dipl. Diätassistenten stieg an, der Bedarf und die Anforderungen wuchsen. Das führte letztlich 1992 zu der vom Verband angestrebten Novellierung des Ausbildungsgesetzes (Erhöhung der Ausbildungsdauer auf drei Jahre an einer Akademie) sowie einem eigenen MTD-Gesetz mündete, das genauso eine „Loslösung von der Pflege“ für den Berufsstand mit sich brachte.

2005 war vielleicht das bisher wichtigste Jahr für den Berufsstand der Diaetologen. Nicht nur wurde diese neue Berufsbezeichnung eingeführt, es wurde mit der Etablierung von Fachhochschulen, die nach sechs Semestern zum Bakkalauretas-Abschluss „Bachelor of
Science in Health Studies“ führen, und die seitdem die Ausbildung an Akademien ergänzen, die Akademisierung des Berufsstandes beschlossen. Damit werden die Absolventen auch dem europäischen und internationalen Standard für den Beruf des „Dietitian“ gerecht. 2006 starteten Fachhochschul-Lehrgänge in St. Pölten und Bad Gleichenberg, 2007 werden Wien und Innsbruck aller Voraussicht nach nachziehen. Seitdem ist die Attraktivität des Berufes enorm angestiegen: pro Lehrgang gibt es bis zu 250 Bewerber; nur 20 von ihnen können jedoch aufgenommen werden.

Zukunftsorientierte Verbandsarbeit

Der Verband der Diaetologen Österreichs, der heute mit ansteigender Tendenz 900 Mitglieder zählt, setzt auf seriöse politische Arbeit, auf offene Kommunikation und auf Qualität. Alle Funktionäre des Verbandes arbeiten ehrenamtlich. Der Verband der Diaetologen Österreichs ist auch Veranstalter des jährlichen Ernährungskongresses, dem mittlerweile größten Ernährungskongress in Österreich. Dem Verband als 1. Vorsitzende steht seit 1999 Andrea Hofbauer vor. 


Fachliche Rückfragen:
Andrea Hofbauer
1. Vorsitzende,
Verband der Diaetologen Österreichs
Tel. +43 1 600 38 24
@: vorsitzende@diaetologen.at
Website:
www.diaetologen.at

Postanschrift:
Verband der Diaetologen Österreichs
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1050 Wien Allgemeine Medienanfragen:
Ruth Mayrhofer
pr & mehr.
Tel. +43 664 264 36 31
@: ruth.mayrhofer@apanet.at


Aktuelles Bildmaterial zum 24.Ernährungskongress der Diaetologen Österreichs kann für die Presse honorarfrei zum Abdruck bezogen werden bei: Bernhard Noll, mail: BERNHARD.NOLL@INODE.AT, Tel. +43-676-54 99 184.

     
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